Dissertation
Luther, Diane
Der Comic hat schon lange seinen Status als einfache Bildergeschichte hinter sich gelassen. Als Medium beeinflusst er – genau wie die Medien Film und Fernsehen – unsere Sicht von der Welt. In den letzten Jahren rückt, ähnlich wie beim Film, der Aktionsraum in den Vordergrund. Comics sind in der Lage, schneller als andere Medien, gesellschaftliche und folglich auch architektonische Veränderungen aufzugreifen. Sie folgen einem schnellen Lebenszyklus, werden durch die heutige Drucktechnik in – für Architektur gesehen – kurzen periodischen Abständen immer weitererzählt.
Comics sind eine Reflexion der Wirklichkeit und Projektionsfläche
für Fantasien und Utopien.
Im Comic sammeln sich die Ströme der Populär-Kultur und wirken wieder zurück auf den Leser. Urbane Strukturen werden als ikonografische Motive von der Realität übernommen und überzeichnet dargestellt. Nicht zuletzt dadurch haben sie die Fähigkeit, die Entwicklung von Stadt und Stadtwahrnehmung zu dokumentieren. Die Mischung aus fotorealistischer und interpretierter Zeichnung bilden somit ein Archiv realer und verzerrter Bilder von Architektur und Stadt.
Damit bieten Comics ein ein umfangreiches Forschungspotential zur Wahrnehmung von und Kritik an Architektur und Stadt.
Eine historische Wandlung der Funktion von Architektur im Comic ist festzuhalten: Wurden architektonische Bildelemente zunächst nur zur Illustration des Hintergrundes verwendet, kam ihnen später auch handlungstragende Bedeutung zu. Dieser Bedeutungszuwachs der Kulisse beim Comic ist vergleichbar mit der Entwicklung der Filmarchitektur.
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturkreise, Zielgruppen und der Wandlung in Darstellung und Darstellungsqualität ist zu ergründen, wie die Architektur- und Stadtbilder auf die Gesellschaft zurückwirken. Die Atmosphäre, die erzählerische Dichte eines Comics setzt sich aus einer Vielzahl einzelner Elemente zusammen. Die Architektur wird in diesem Bereich immer bedeutsamer, der Comic vervollständigt sich erst durch das Darstellen der Architektur. Die Architektur ist Orientierung und zugleich Informationsträger. Komplexe Stadtbilder und Hochbauentwürfe werden bis ins Detail gezeichnet, aber auch detailarme, niederkomplexe Darstellungen erweitern die Erzählungen, wodurch der Leser mit dem Mittel der Induktion in den geistig schöpferischen Prozess mit eingebunden wird.
Laufzeit: abgeschlossen
Luther, Diane
Ästhetik und Funktion urbaner Architektur im postmodernen Science-Fiction Comic. Eine Untersuchung ausgewählter Werke grafischer Literatur
Der Comic hat schon lange seinen Status als einfache Bildergeschichte hinter sich gelassen. Als Medium beeinflusst er – genau wie die Medien Film und Fernsehen – unsere Sicht von der Welt. In den letzten Jahren rückt, ähnlich wie beim Film, der Aktionsraum in den Vordergrund. Comics sind in der Lage, schneller als andere Medien, gesellschaftliche und folglich auch architektonische Veränderungen aufzugreifen. Sie folgen einem schnellen Lebenszyklus, werden durch die heutige Drucktechnik in – für Architektur gesehen – kurzen periodischen Abständen immer weitererzählt.
Comics sind eine Reflexion der Wirklichkeit und Projektionsfläche
für Fantasien und Utopien.
Im Comic sammeln sich die Ströme der Populär-Kultur und wirken wieder zurück auf den Leser. Urbane Strukturen werden als ikonografische Motive von der Realität übernommen und überzeichnet dargestellt. Nicht zuletzt dadurch haben sie die Fähigkeit, die Entwicklung von Stadt und Stadtwahrnehmung zu dokumentieren. Die Mischung aus fotorealistischer und interpretierter Zeichnung bilden somit ein Archiv realer und verzerrter Bilder von Architektur und Stadt.
Damit bieten Comics ein ein umfangreiches Forschungspotential zur Wahrnehmung von und Kritik an Architektur und Stadt.
Eine historische Wandlung der Funktion von Architektur im Comic ist festzuhalten: Wurden architektonische Bildelemente zunächst nur zur Illustration des Hintergrundes verwendet, kam ihnen später auch handlungstragende Bedeutung zu. Dieser Bedeutungszuwachs der Kulisse beim Comic ist vergleichbar mit der Entwicklung der Filmarchitektur.
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturkreise, Zielgruppen und der Wandlung in Darstellung und Darstellungsqualität ist zu ergründen, wie die Architektur- und Stadtbilder auf die Gesellschaft zurückwirken. Die Atmosphäre, die erzählerische Dichte eines Comics setzt sich aus einer Vielzahl einzelner Elemente zusammen. Die Architektur wird in diesem Bereich immer bedeutsamer, der Comic vervollständigt sich erst durch das Darstellen der Architektur. Die Architektur ist Orientierung und zugleich Informationsträger. Komplexe Stadtbilder und Hochbauentwürfe werden bis ins Detail gezeichnet, aber auch detailarme, niederkomplexe Darstellungen erweitern die Erzählungen, wodurch der Leser mit dem Mittel der Induktion in den geistig schöpferischen Prozess mit eingebunden wird.
Laufzeit: abgeschlossen


