Dissertation
Wegerhoff, Erik
Am Beispiel des Kolosseums setzt sich die Dissertation mit der Transformation antiker Bauten auseinander. Grundlegende Fragestellung ist, wie ein in seinen Grundstrukturen gut erhaltener, in seiner ursprünglichen Bedeutung aber nicht mehr nutzbarer Monumentalbau der Antike in späteren Epochen wahrgenommen, neu erfunden und architektonisch angeeignet wird. Entsprechend verfolgt die Dissertation anhand von Text- und Bildquellen neue Interpretationen des römischen Amphitheaters und untersucht, inwiefern diese sich architektonisch am antiken Bau manifestierten. Von den vielfältigen Anverwandlungen des Monuments werden im Rahmen der Dissertation drei Re-Interpretationen exemplarisch betrachtet: das Kolosseum als symbolisches und strategisches Machtzentrum der Familie Frangipane (11.–14. Jahrhundert), seine Umdeutung zum Martyriumsort und Transformation zum Sakralraum (16.–18. Jahrhundert) sowie die Auffassung des Amphitheaters als arkadische Landschaft und die kulturelle Relevanz der Vegetation auf dem Bauwerk (17.–19. Jahrhundert). Diese Re-Interpretationen des antiken Baus erreichen in manchen Epochen einen besonderen Impetus; so steht z. B. die Propagierung des Kolosseums als Martyriumsort in Zusammenhang mit der Gegenreformation. Doch entwickeln sich die Ideen zum antiken Bau auch über die oben angegebenen Zeiträume hinaus, und nicht selten existieren mehrere parallel. Die Dissertation will diese Interpretationskonjunkturen nachzeichnen und versteht den architektonischen Eingriff in das Monument als eine Art Hochkonjunktur. So hallt in der bis heute gebräuchlichen Bezeichnung „Kolosseum“ dessen mittelalterliche Auffassung als Machtsymbol in Zusammenhang mit einer Kolossalstatue nach, und immer noch betet der Papst alljährlich am Karfreitag die Kreuzwegstationen beim Kolosseum im Gedenken an Passion und Märtyrer.
Wegerhoff, Erik
Am Beispiel des Kolosseums setzt sich die Dissertation mit der Transformation antiker Bauten auseinander. Grundlegende Fragestellung ist, wie ein in seinen Grundstrukturen gut erhaltener, in seiner ursprünglichen Bedeutung aber nicht mehr nutzbarer Monumentalbau der Antike in späteren Epochen wahrgenommen, neu erfunden und architektonisch angeeignet wird. Entsprechend verfolgt die Dissertation anhand von Text- und Bildquellen neue Interpretationen des römischen Amphitheaters und untersucht, inwiefern diese sich architektonisch am antiken Bau manifestierten. Von den vielfältigen Anverwandlungen des Monuments werden im Rahmen der Dissertation drei Re-Interpretationen exemplarisch betrachtet: das Kolosseum als symbolisches und strategisches Machtzentrum der Familie Frangipane (11.–14. Jahrhundert), seine Umdeutung zum Martyriumsort und Transformation zum Sakralraum (16.–18. Jahrhundert) sowie die Auffassung des Amphitheaters als arkadische Landschaft und die kulturelle Relevanz der Vegetation auf dem Bauwerk (17.–19. Jahrhundert). Diese Re-Interpretationen des antiken Baus erreichen in manchen Epochen einen besonderen Impetus; so steht z. B. die Propagierung des Kolosseums als Martyriumsort in Zusammenhang mit der Gegenreformation. Doch entwickeln sich die Ideen zum antiken Bau auch über die oben angegebenen Zeiträume hinaus, und nicht selten existieren mehrere parallel. Die Dissertation will diese Interpretationskonjunkturen nachzeichnen und versteht den architektonischen Eingriff in das Monument als eine Art Hochkonjunktur. So hallt in der bis heute gebräuchlichen Bezeichnung „Kolosseum“ dessen mittelalterliche Auffassung als Machtsymbol in Zusammenhang mit einer Kolossalstatue nach, und immer noch betet der Papst alljährlich am Karfreitag die Kreuzwegstationen beim Kolosseum im Gedenken an Passion und Märtyrer.



