Dissertation
Brandl, Anne
Der Mensch in der europäischen Städtebautheorie. Die sinnliche Wahrnehmung von Stadt jenseits des Visuell-Objekthaften
Städtebau ist eine visuelle Disziplin, bei welcher das sichtbare Formen einer objekthaften Stadtgestalt im Mittelpunkt steht. Die Dominanz des visuell-objekthaften Stadtverständnisses hat dazu geführt, dass der Stadtbewohner als fühlendes und nicht nur visuell wahrnehmendes Subjekt ausgeblendet und die Frage, wie Stadt die Sinnlichkeit des Menschen anregen kann, kaum thematisiert wird. Existiert in der Städtebautheorie eine historisch kontinuierlich vorhandene Leerstelle für Stadtqualitäten jenseits des Visuellen und Objekthaften und geht dieser blinde Fleck mit einem einseitigen Menschenbild einher? Oder gab es immer Konzepte, die von der sinnlichen Wahrnehmung der Stadtbewohner ausgehen, aber durch die Vorherrschaft eines objekthaften und visuell ausgerichteten Stadtverständnisses ausgeblendet wurden und werden? Wie lässt sich ein Zusammenhang zwischen Raumgestaltung, Raumwirkung und sinnlicher Raumwahrnehmung theoretisch fundieren?
Ziel der Arbeit ist die Überwindung des den Städtebau prägenden Paradigmas von Verdinglichung und Visuellem durch den Einbezug des Mensch(lich)en. Dazu werden Ansätze aus der Architektur-, Stadt- und Landschaftstheorie sowie der Phänomenologie des 20. Jahrhunderts hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen sinnlich wahrnehmenden Mensch und gestaltetem Raum texthermeneutisch ausgewertet. Ergebnis der Arbeit ist einerseits eine interdisziplinäre Geschichte des Städtebaus des 20. Jahrhunderts, indem bestehende Ansätze, welche die sinnliche Wahrnehmung von Stadtraum und nicht seine bauliche Herstellung in den Mittelpunkt rücken, zusammengefasst, in einen Zusammenhang gestellt und zu einem eigenen theoretischen Ansatz weiterentwickelt werden. Andererseits wird ein planungspraktisch relevanter Handlungskatalog formuliert, mit dem Stadt jenseits des rein Visuell-Objekthaften entworfen werden kann.
Brandl, Anne
Der Mensch in der europäischen Städtebautheorie. Die sinnliche Wahrnehmung von Stadt jenseits des Visuell-Objekthaften
Städtebau ist eine visuelle Disziplin, bei welcher das sichtbare Formen einer objekthaften Stadtgestalt im Mittelpunkt steht. Die Dominanz des visuell-objekthaften Stadtverständnisses hat dazu geführt, dass der Stadtbewohner als fühlendes und nicht nur visuell wahrnehmendes Subjekt ausgeblendet und die Frage, wie Stadt die Sinnlichkeit des Menschen anregen kann, kaum thematisiert wird. Existiert in der Städtebautheorie eine historisch kontinuierlich vorhandene Leerstelle für Stadtqualitäten jenseits des Visuellen und Objekthaften und geht dieser blinde Fleck mit einem einseitigen Menschenbild einher? Oder gab es immer Konzepte, die von der sinnlichen Wahrnehmung der Stadtbewohner ausgehen, aber durch die Vorherrschaft eines objekthaften und visuell ausgerichteten Stadtverständnisses ausgeblendet wurden und werden? Wie lässt sich ein Zusammenhang zwischen Raumgestaltung, Raumwirkung und sinnlicher Raumwahrnehmung theoretisch fundieren?
Ziel der Arbeit ist die Überwindung des den Städtebau prägenden Paradigmas von Verdinglichung und Visuellem durch den Einbezug des Mensch(lich)en. Dazu werden Ansätze aus der Architektur-, Stadt- und Landschaftstheorie sowie der Phänomenologie des 20. Jahrhunderts hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen sinnlich wahrnehmenden Mensch und gestaltetem Raum texthermeneutisch ausgewertet. Ergebnis der Arbeit ist einerseits eine interdisziplinäre Geschichte des Städtebaus des 20. Jahrhunderts, indem bestehende Ansätze, welche die sinnliche Wahrnehmung von Stadtraum und nicht seine bauliche Herstellung in den Mittelpunkt rücken, zusammengefasst, in einen Zusammenhang gestellt und zu einem eigenen theoretischen Ansatz weiterentwickelt werden. Andererseits wird ein planungspraktisch relevanter Handlungskatalog formuliert, mit dem Stadt jenseits des rein Visuell-Objekthaften entworfen werden kann.


