Forschungsprojekt und Dissertation
Omachen, Peter
 



Nachdem die Hotellerie in den Schweizer Alpen bereits verschiedentlich zum Gegenstand der Forschung geworden ist, will die Arbeit zum ersten Mal die Entstehung der Hotellerie und ihrer Bauten an einer Schweizer Stadt exemplarisch und detailliert nachzeichnen. Luzern mit seiner einseitigen Abhängigkeit von der „Fremdenindustrie“ ist dazu besonders geeignet. Die betrachtete Zeitspanne reicht von den touristischen Anfängen im 18. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

1914 zählt Luzern über 100 Beherbergungsbetriebe. Bereits seit den 1870er-Jahren ist die Stadt ökonomisch und kulturell aufs engste mit dem Tourismus verflochten. Diese Zeit fällt zusammen mit einem wirtschaftlich bedingten Wachstumsschub, wie ihn viele europäische Städte im ausgehenden 19. Jahrhundert erfahren. Es stellt sich die Frage, inwieweit Hotelbauten — sowohl von ihrer architektonischen als auch städtebaulichen Konzeption — vom Wachstum der Stadt beeinflusst werden oder dieses sogar lenken.

Stadthotels entstehen meist an dem zum jeweiligen Zeitpunkt bestmöglichen Ort. Sie spiegeln darin sowohl die städtebauliche Situation und deren Entwicklungsstand als auch den jeweiligen Geschmack des Publikums; und das in weit stärkerem Masse als etwa Wohn- und Geschäftshäuser. Sie eignen sich daher besonders gut um einzelne Zustände und Befindlichkeiten zu rekonstruieren — um die Stadt zu lesen.

Luzern mit seiner aussergewöhnlichen Abhängigkeit vom Tourismus und entsprechend vielen Hotelbauten bietet sich für eine derartige, exemplarische Lektüre besonders an. Darüber hinaus soll die Arbeit einen Eindruck des Fremdenverkehrs jener Zeit vermitteln, wie er sich in den Hotelbauten widerspiegelt. Themen zum Leben der Einwohner, der Reisenden, des Personals und der Hotelarchitekten vervollständigen das Bild einer gelebten Tourismusgeschichte am Beispiel Luzerns.

Die wissenschaftliche Basis des Projektes bildet das Inventar der Hotel- und Tourismusbauten der Stadt Luzern 1800-1960, das der Autor im Auftrag der kantonalen Denkmalpflege Luzern verfasst hat.


Laufzeit: seit 1998