Forschungsprojekt
Oechslin, Werner
In Zusammenarbeit mit dem Centro Internazionale di Studi di Architettura „Andrea Palladio, Vicenza
Die «-ismen» und ähnlichen Wortendungen zeigen an, dass etwas – Namen, Phänomene und die damit verknüpften Inhalte – verallgemeinert und ins Systematische, gleichsam in eine Lehre hinein weitergedacht wird. Das gilt als ausgemacht, entspricht jedoch kaum einem Verfahren oder gar einer verlässlichen Methode, geschichtliche Wirklichkeit zu erfassen und zu ordnen. Dass jedoch die Kunstgeschichte mit ihren zahlreichen «-ismen» gleichwohl konkrete historische Phänomene zu bezeichnen und zu ergründen sucht, muss deshalb noch lange nicht als abwegig gelten. Vielmehr zeigt sich bei genauerer Betrachtung sehr schnell, dass die Differenz zwischen dem beobachteten Gegenstand und dem darauf angewandten Begriff in etwa jenem Spannungsverhältnis entspricht, das dem – von der Kunstgeschichte längst akzeptierten – «Stil» innewohnt. Man ist also darauf und auf die zugehörige Grundsatzdiskussion verwiesen, ganz unabhängig davon, ob man «Palladianismus» als «Stil» im engeren Sinn verstehen will oder nicht!
Der moderne, idealtypische Stilbegriff ist eine Schöpfung der jüngeren Kunstgeschichte. Mittelbar – mit der Zuordnung von «Ismus» und «Stil» – wird deutlich, dass es sich beim «Palladianismus» in erster Linie um eine durchaus moderne Begriffsbildung und Betrachtungsweise handelt. Vordergründig, so will es die Stilgeschichte, soll den Phänotypen, den Erscheinungsformen nachgegangen werden, um daraus verallgemeinernde Rückschlüsse zu ziehen. Vereinfachung, ein gewisser Zug zur Einheitlichkeit und damit verknüpft ein Hang zu Normativität gingen mit dem so verstandenen modernen Stilbegriff stets einher. Das, so wird man sofort bemerken, trifft sich sonderbarerweise mit Kriterien, die immer mal wieder zur Charakterisierung des Werkes Palladios herbeigezogen wurden. Quatremère de Quincy verwendet dazu Epiteta wie "une sorte de moyen terme", "une raison toujours claire","une marche simple" und steht damit keineswegs allein. Eine eigentümliche Konvergenz in der Beschreibung eines architektonischen Werks und in der Kennzeichnung einer kunstgeschichtlichen Methode zeichnet sich hier ab. Es bringt uns notgedrungen von einer rein historischen Betrachtungsweise ab.
In dieser Konvergenz von Beschreibung des architektonischen Werks und Kennzeichnung einer Methode findet sich eines der wichtigsten Wesensmerkmale dieses häufig so schnell daher gesagten Terminus 'Palladianismus' und dessen, wofür er steht. Die vorliegende Forschung zum Phänpmen des «Palladianismus» beleuchtet die Palladio-Rezeption ausgehend von den klassizisischen Rigoristen Milizia und Visentini, über Quatremère de Quincy, Wotton, Campbell bis hin zu den Protagonisten der Moderne.
Genauere Informationen zum Projekt und der geplanten Publikation folgen demnächst.
Laufzeit: 1998-2005
Oechslin, Werner
In Zusammenarbeit mit dem Centro Internazionale di Studi di Architettura „Andrea Palladio, Vicenza
Die «-ismen» und ähnlichen Wortendungen zeigen an, dass etwas – Namen, Phänomene und die damit verknüpften Inhalte – verallgemeinert und ins Systematische, gleichsam in eine Lehre hinein weitergedacht wird. Das gilt als ausgemacht, entspricht jedoch kaum einem Verfahren oder gar einer verlässlichen Methode, geschichtliche Wirklichkeit zu erfassen und zu ordnen. Dass jedoch die Kunstgeschichte mit ihren zahlreichen «-ismen» gleichwohl konkrete historische Phänomene zu bezeichnen und zu ergründen sucht, muss deshalb noch lange nicht als abwegig gelten. Vielmehr zeigt sich bei genauerer Betrachtung sehr schnell, dass die Differenz zwischen dem beobachteten Gegenstand und dem darauf angewandten Begriff in etwa jenem Spannungsverhältnis entspricht, das dem – von der Kunstgeschichte längst akzeptierten – «Stil» innewohnt. Man ist also darauf und auf die zugehörige Grundsatzdiskussion verwiesen, ganz unabhängig davon, ob man «Palladianismus» als «Stil» im engeren Sinn verstehen will oder nicht!
Der moderne, idealtypische Stilbegriff ist eine Schöpfung der jüngeren Kunstgeschichte. Mittelbar – mit der Zuordnung von «Ismus» und «Stil» – wird deutlich, dass es sich beim «Palladianismus» in erster Linie um eine durchaus moderne Begriffsbildung und Betrachtungsweise handelt. Vordergründig, so will es die Stilgeschichte, soll den Phänotypen, den Erscheinungsformen nachgegangen werden, um daraus verallgemeinernde Rückschlüsse zu ziehen. Vereinfachung, ein gewisser Zug zur Einheitlichkeit und damit verknüpft ein Hang zu Normativität gingen mit dem so verstandenen modernen Stilbegriff stets einher. Das, so wird man sofort bemerken, trifft sich sonderbarerweise mit Kriterien, die immer mal wieder zur Charakterisierung des Werkes Palladios herbeigezogen wurden. Quatremère de Quincy verwendet dazu Epiteta wie "une sorte de moyen terme", "une raison toujours claire","une marche simple" und steht damit keineswegs allein. Eine eigentümliche Konvergenz in der Beschreibung eines architektonischen Werks und in der Kennzeichnung einer kunstgeschichtlichen Methode zeichnet sich hier ab. Es bringt uns notgedrungen von einer rein historischen Betrachtungsweise ab.
In dieser Konvergenz von Beschreibung des architektonischen Werks und Kennzeichnung einer Methode findet sich eines der wichtigsten Wesensmerkmale dieses häufig so schnell daher gesagten Terminus 'Palladianismus' und dessen, wofür er steht. Die vorliegende Forschung zum Phänpmen des «Palladianismus» beleuchtet die Palladio-Rezeption ausgehend von den klassizisischen Rigoristen Milizia und Visentini, über Quatremère de Quincy, Wotton, Campbell bis hin zu den Protagonisten der Moderne.
Genauere Informationen zum Projekt und der geplanten Publikation folgen demnächst.
Laufzeit: 1998-2005



