Forschungsprojekt und Dissertation
Zemp, Ivo Heinrich
Die existenziellen Fragen um Sterben und Tod gelten immer noch als Tabuthemen. Von dieser Ausgrenzung sind auch die Krematorien betroffen, die eine der bedeutendsten kulturellen Errungenschaften unserer Gesellschaft darstellen. In der Architektur der Feuerbestattung manifestieren sich sowohl ökonomische, politische, hygienische, ästhetische und religiöse Einflüsse. Die Gebäude zeigen nicht nur zeitliche Aspekte der Gesamt¬geschichte, sondern verweisen auch auf die jeweilige Gesellschaft und ihr Verhältnis zum Tod.
Die Krematorien stehen für eine eigentliche Reformbewegung, die ausgehend von Europa die ganze Welt erfasste. Die Schweiz gehörte zu den Pionieren der neuen Idee. Bisher fehlt eine gesamtheitliche, kulturhistorische Betrachtung zur Funktion und Bedeutung der Krematoriumsarchitektur. Mit der Dissertation «Die Architektur der Feuerbestattung – Eine Kulturgeschichte der Schweizer Krematorien» wird erstmals eine kritische Bestandesaufnahme der schweizerischen Krematorien erstellt. Ziel der Arbeit ist es, die Bauten nach einheitlichen Standards und wissenschaftlichen Kriterien zu erschliessen. In der Analyse der einzelnen Bauten entsteht einerseits eine monographische Darstellung, andererseits zeichnet sich im kritischen Vergleich eine Entwicklungsgeschichte der Krematorien in der Schweiz ab. Ausgehend von der Architektur der Krematorien werden die kulturgeschichtlichen Ideen und Zusammenhänge aufgezeigt.
Mit der Untersuchung der schweizerischen Krematorien werden die Bauten nicht nur in ihrem örtlichen Kontext analysiert und beurteilt, sondern mit den kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Bedingungen der Zeit verknüpft. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Krematorien als eigenständige architektonische Baugattung und als Ergebnis einer industriellen wie kultischen Umbruchzeit zu würdigen. Die Synthese mündet in eine Kulturgeschichte der Schweizer Krematorien in ihrem europäischen Umfeld. Damit wird zugleich ein wesentlicher Beitrag an die Geschichte der symbolistischen Architektur geleistet.
Abb.:
Innenaufnahme des Krematoriums Sihlfeld D in Zürich, erbaut 1913-15. Architekt Albert Froelich (1876-1953).
Laufzeit: seit 2002
Zemp, Ivo Heinrich
Die existenziellen Fragen um Sterben und Tod gelten immer noch als Tabuthemen. Von dieser Ausgrenzung sind auch die Krematorien betroffen, die eine der bedeutendsten kulturellen Errungenschaften unserer Gesellschaft darstellen. In der Architektur der Feuerbestattung manifestieren sich sowohl ökonomische, politische, hygienische, ästhetische und religiöse Einflüsse. Die Gebäude zeigen nicht nur zeitliche Aspekte der Gesamt¬geschichte, sondern verweisen auch auf die jeweilige Gesellschaft und ihr Verhältnis zum Tod.
Die Krematorien stehen für eine eigentliche Reformbewegung, die ausgehend von Europa die ganze Welt erfasste. Die Schweiz gehörte zu den Pionieren der neuen Idee. Bisher fehlt eine gesamtheitliche, kulturhistorische Betrachtung zur Funktion und Bedeutung der Krematoriumsarchitektur. Mit der Dissertation «Die Architektur der Feuerbestattung – Eine Kulturgeschichte der Schweizer Krematorien» wird erstmals eine kritische Bestandesaufnahme der schweizerischen Krematorien erstellt. Ziel der Arbeit ist es, die Bauten nach einheitlichen Standards und wissenschaftlichen Kriterien zu erschliessen. In der Analyse der einzelnen Bauten entsteht einerseits eine monographische Darstellung, andererseits zeichnet sich im kritischen Vergleich eine Entwicklungsgeschichte der Krematorien in der Schweiz ab. Ausgehend von der Architektur der Krematorien werden die kulturgeschichtlichen Ideen und Zusammenhänge aufgezeigt.
Mit der Untersuchung der schweizerischen Krematorien werden die Bauten nicht nur in ihrem örtlichen Kontext analysiert und beurteilt, sondern mit den kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Bedingungen der Zeit verknüpft. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Krematorien als eigenständige architektonische Baugattung und als Ergebnis einer industriellen wie kultischen Umbruchzeit zu würdigen. Die Synthese mündet in eine Kulturgeschichte der Schweizer Krematorien in ihrem europäischen Umfeld. Damit wird zugleich ein wesentlicher Beitrag an die Geschichte der symbolistischen Architektur geleistet.
Abb.:
Innenaufnahme des Krematoriums Sihlfeld D in Zürich, erbaut 1913-15. Architekt Albert Froelich (1876-1953).
Laufzeit: seit 2002



