Forschungsprojekt
Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani
Jöran Lindvall, Stockholm; Prof. Dr. Vladimir Slapeta, Prag
 

Die Architektur, die Tradition und der Ort. Theorie und Praxis des kritischen Regionalismus in der europäischen Architekturentwicklung



Träger: Wüstenrot Stiftung Deutscher Eigenheimverein e. V., Ludwigsburg



Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sich neben der klassischen Moderne, die zum sogenannten International Style geführt hat, in Europa regionalistische Tendenzen in Architektur und Städtebau herausgebildet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie im Versuch, den Zerstörungen, die mitnichten nur baulich waren, neue Identitätsmöglichkeiten entgegenzusetzen, wiederaufgenommen und weiterentwickelt. Bislang weitestgehend von der Geschichtsschreibung vernachlässigt oder gar abschätzig behandelt, erhalten diese Versuche im gegenwärtigen Spannungsfeld zwischen Globalisierung und der Suche nach "Orten" eine neue Aktualität.

Das internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, die Lücke in der architektonischen und städtebaulichen Geschichtsschreibung der unmittelbaren Nachkriegszeit zu schliessen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die Gegenwart und nahe Zukunft verfügbar zu machen. Ohne Rezepturen vorzugeben, sollen Einsichten vermittelt werden, die nicht nur der Praxis zeitgenössischen Bauens neue Impulse verleihen, sondern auch zu einem reflektierten Umgang mit dem gebauten Erbe führen können.

In drei wissenschaftlichen Arbeitstagungen (in Prag, Zürich und Stockholm) wurden bereits ausgewählte Fallbeispiele stadtarchitektonischer Konstruktionen von Identität im Zeitraum 1940-1955 in ihrem ideologischen, politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen, technischen und kulturellen Kontext untersucht. Die Ergebnisse wurden überarbeitet, ergänzt und in einer abschliessenden Buchpublikation dokumentiert.


Laufzeit: 1999 - 2001