Forschungsprojekt
Tönnesmann, Prof. Dr. Andreas
Ziel des Projekts, das in eine knappe Monografie einmünden soll, ist die Legung eines historischen Längsschnitts, der eine neue Perspektive auf die Kulturgeschichte Roms eröffnet. Bildende Kunst und Architektur von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert werden auf solche Zusammenhänge untersucht, die sich aus spezifischen Bedingungen des Ortes ergeben – zum Beispiel aus Strategien der führenden Arbeitgeber. Diese waren im Rom über lange Zeit die Päpste und der hohe Klerus. Von besonderem Interesse für die römische Kunstgeschichte ist deshalb etwa für die Jahrhunderte der Spätantike die Entwicklung einer christlichen Ikonographie bzw. eines auf liturgische Funktionen abgestimmten baulichen Repertoires. Für die Renaissance stellt sich die Frage nach dem Entwurf einer Hofkunst, die totz fehlender dynastischer Sukzession im Herrscheramt den individuellen und familiären Ruhmerwerb der Päpste sichern konnte. Manierismus und Barock werden vor allem als Reaktion auf jene Legitimationszwänge verständlich, die sich aus der Glaubensspaltung ergaben. Bis hin zu den Filmproduktionen von Cinecittà schält sich als Charakteristikum römischer Kunst ihre bildliche Selbstfixierung heraus. Wie Phoenix aus der Asche erleben wenige Bildprägungen, die stellvertretend für den Mythos Rom stehen, immer wieder neue Renaissancen. Gerade diese Konstanz bietet paradoxerweise eine Erklärung für die erstaunliche Innovationskraft, die der römischen Kunst über lange Zeit ihren europäischen Rang garantierte.
Tönnesmann, Prof. Dr. Andreas
Ziel des Projekts, das in eine knappe Monografie einmünden soll, ist die Legung eines historischen Längsschnitts, der eine neue Perspektive auf die Kulturgeschichte Roms eröffnet. Bildende Kunst und Architektur von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert werden auf solche Zusammenhänge untersucht, die sich aus spezifischen Bedingungen des Ortes ergeben – zum Beispiel aus Strategien der führenden Arbeitgeber. Diese waren im Rom über lange Zeit die Päpste und der hohe Klerus. Von besonderem Interesse für die römische Kunstgeschichte ist deshalb etwa für die Jahrhunderte der Spätantike die Entwicklung einer christlichen Ikonographie bzw. eines auf liturgische Funktionen abgestimmten baulichen Repertoires. Für die Renaissance stellt sich die Frage nach dem Entwurf einer Hofkunst, die totz fehlender dynastischer Sukzession im Herrscheramt den individuellen und familiären Ruhmerwerb der Päpste sichern konnte. Manierismus und Barock werden vor allem als Reaktion auf jene Legitimationszwänge verständlich, die sich aus der Glaubensspaltung ergaben. Bis hin zu den Filmproduktionen von Cinecittà schält sich als Charakteristikum römischer Kunst ihre bildliche Selbstfixierung heraus. Wie Phoenix aus der Asche erleben wenige Bildprägungen, die stellvertretend für den Mythos Rom stehen, immer wieder neue Renaissancen. Gerade diese Konstanz bietet paradoxerweise eine Erklärung für die erstaunliche Innovationskraft, die der römischen Kunst über lange Zeit ihren europäischen Rang garantierte.



