Forschungsprojekt
Erben, Dr. Dietrich
Die Studie über die künstlerischen Beziehungen zwischen Paris und Rom, die als Habilitationsschrift vorliegt, stellt die Frage nach den historischen Bedingungen und Möglichkeiten für den Anspruch Frankreichs auf die kulturelle Hegemonie innerhalb der europäischen Staatenwelt. Dieser Anspruch gewann in Kunst und Architektur massgeblich am Vorbild Roms Gestalt, das sowohl in seiner antik-imperialen Tradition als auch in der aktuellen universellen Macht des Papsttums durch die französische Monarchie abgelöst werden sollte. Die Grundlegung dieser kunstpolitischen Programmatik reicht in die Renaissance zurück, sie gewann aber erst unter Ludwig XIV. eine prägende, militant gesteigerte Dynamik. Als französische Künstler die höchsten monarchischen Repräsentationsaufgaben, für die zunächst Gianlorenzo Bernini engagiert worden war, übernahmen, gelangte ein neues nationales Selbstbewusstsein zum Ausdruck, ebenso durch die Gründung einer französischen Kunstakademie in Rom. Mit der Produktion von Kopien nach antiker und moderner Kunst suchte sich Paris regelrecht Hoheitsrechte über die römische Bildüberlieferung anzueignen. Die offensive, künstlerisch ambitionierte Beteiligung Frankreichs an römischer Festkultur garantierte international beachtete Präsenz in der Papstmetropole. Auch der Pariser Invalidendom – die bedeutendste kirchliche Stiftung Ludwigs XIV. – erweist sich als Zeugnis der Orientierung auf Rom, der Kirchenbau antwortet in Baugestalt und Bildausstattung dem Petersdom mit einem Gestus der Überbietung und des Beharrens auf konfessionelle Autonomie. Eine Rekonstruktion der Kunstbeziehungen zwischen Paris und Rom im historischen und ideengeschichtlichen Kontext belegt nicht nur deren Dauer und Intensität. Sie erschliesst auch den grundsätzlichen Programmcharakter einer Hofkunst, die auf den Erwerb des Status einer Universalmonarchie zielt.
Erben, Dr. Dietrich
Die Studie über die künstlerischen Beziehungen zwischen Paris und Rom, die als Habilitationsschrift vorliegt, stellt die Frage nach den historischen Bedingungen und Möglichkeiten für den Anspruch Frankreichs auf die kulturelle Hegemonie innerhalb der europäischen Staatenwelt. Dieser Anspruch gewann in Kunst und Architektur massgeblich am Vorbild Roms Gestalt, das sowohl in seiner antik-imperialen Tradition als auch in der aktuellen universellen Macht des Papsttums durch die französische Monarchie abgelöst werden sollte. Die Grundlegung dieser kunstpolitischen Programmatik reicht in die Renaissance zurück, sie gewann aber erst unter Ludwig XIV. eine prägende, militant gesteigerte Dynamik. Als französische Künstler die höchsten monarchischen Repräsentationsaufgaben, für die zunächst Gianlorenzo Bernini engagiert worden war, übernahmen, gelangte ein neues nationales Selbstbewusstsein zum Ausdruck, ebenso durch die Gründung einer französischen Kunstakademie in Rom. Mit der Produktion von Kopien nach antiker und moderner Kunst suchte sich Paris regelrecht Hoheitsrechte über die römische Bildüberlieferung anzueignen. Die offensive, künstlerisch ambitionierte Beteiligung Frankreichs an römischer Festkultur garantierte international beachtete Präsenz in der Papstmetropole. Auch der Pariser Invalidendom – die bedeutendste kirchliche Stiftung Ludwigs XIV. – erweist sich als Zeugnis der Orientierung auf Rom, der Kirchenbau antwortet in Baugestalt und Bildausstattung dem Petersdom mit einem Gestus der Überbietung und des Beharrens auf konfessionelle Autonomie. Eine Rekonstruktion der Kunstbeziehungen zwischen Paris und Rom im historischen und ideengeschichtlichen Kontext belegt nicht nur deren Dauer und Intensität. Sie erschliesst auch den grundsätzlichen Programmcharakter einer Hofkunst, die auf den Erwerb des Status einer Universalmonarchie zielt.



