Forschungsprojekt
Dr. Sonja Hildebrand, Prof. Dr. Werner Oechslin
 



Mit dem Namen der Villa Garbald in Castasegna (Graubünden) verbindet sich eine 140jährige, weit über den abgelegenen Ort hinausweisende Baugeschichte von internationaler Bedeutung. 1862–1864 liess sich der Bergeller Zolleinnehmer Agostino Garbald von Gottfried Semper eine „Villa“ im Stil eines italienischen Landhauses errichten. Aus dem öffentlichen Bewusstsein fast völlig verschwunden, wurde sie Ende der 1990er Jahre „wieder entdeckt“. 2002 gewann das Basler Architekturbüro Miller & Maranta den Wettbewerb für die Restaurierung, Umnutzung und Erweiterung der Villa um ein Nachbargebäude. Im Frühjahr 2004 wurde das Gebäudepaar als Seminarzentrum der ETH Zürich eröffnet.

Die periphere Lage des Grundstücks im pittoresken Bergell bestimmt massgeblich die Wahrnehmung des Orts, mit dem sich Semper wie Miller & Maranta auf je eigene Weise auseinandersetzten. Am Beispiel der Villa Garbald und des benachbarten „Roccolo“ wurde der modernen Frage nach der Bedeutung des Orts im Spannungsfeld zwischen 19. und 21. Jahrhundert nachgegangen.

Im Mai/Juni 2004 wurden die Ergebnisse des Forschungsprojekts in einem Buch und einer Ausstellung vorgestellt. Neben der Architektur wurden in Buch und Ausstellung auch die freigelegte und restaurierte Ausmalung der Semper-Villa sowie der historische und neu gestaltete Garten behandelt.

Villa Garbald. Gottfried Semper – Miller & Maranta, Zürich: gta Verlag 2004
Mit Beiträgen von Annemarie Bucher, Rino Fontana, Sonja Hildebrand, Jürg Ragettli, Werner Oechslin, Martin Tschanz, Stefanie Wettstein und John Ziesemer sowie einem Fotoessay von Ruedi Walti

Villa Garbald. Gottfried Semper – Miller & Maranta
Ausstellung, Haupthalle, ETH Zentrum, 14. Mai – 3. Juni 2004 und ARchENA, ETH Hönggerberg, 10. Juni – 22. Juli 2004


Laufzeit: 2003 – 2004

Weiterführende Informationen

Villa Garbald