Symposium
Veranstalter: Professur Tönnesmann
Datum : Donnerstag, 26. Juni 2008 bis Sonntag, 29. Juni 2008
Ort : ETH Zentrum
 

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH)
Society of Architectural Historians (SAH)
European Architectural History Network (EAHN)

Internationale Konferenz, Zürich
26 Juni 2008 – 29 Juni 2008


Diese Konferenz widmet sich Europa, Nord- und Südamerika als einem zusammenhängenden, höchst produktiven Raum architektonischer Kommunikation. Sie beleuchtet die Prozesse von Aneignung und Verwandlung, die beim Transfer von Formen, Ideen und Konzepten der architektonischen Moderne zwischen 1870 und 1970 zwischen den Kontinenten entstanden sind.

Einzelne Stationen dieser Prozesse sind relativ gut erforscht. So stehen Gestalten wie William Lescaze, Richard Neutra, Walter Gropius oder Ludwig Mies van der Rohe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekanntermassen für die Präsenz Europas in der nordamerikanischen Architektur, während der europäische „Amerikanismus“ Fragen nach Hochhäusern und Stadtwachstum, Massenproduktion und Vorfertigung ins Zentrum der Debatten rückte. Wir möchten den Blick über diese bekannten Phänomene hinaus weiten, indem wir die Jahrzehnte ab 1870, eine wichtige Phase der politischen Konsolidierung und des ökonomischen Aufschwungs auf beiden Kontinenten, ebenso einschliessen wie die Nachkriegszeit vor der einsetzenden Globalisierung architektonischer Praxis. Die zahlreichen Kontakte zwischen den Mittelmeerländern und Lateinamerika sind bislang ebenfalls wenig bekannt. Über den Transfer formaler und funktionaler Ideen hinaus möchten wir den ganzen Bereich der architektonischen Geschichtsschreibung und Theorie wie auch der Architekturproduktion und ihrer Bedingungen einbeziehen. Wie und wo haben die Themen und Methoden der Debatten und Publikationen aufeinander eingewirkt? Welche Rolle spielten Architekturschulen im kulturellen Transfer? Wie haben beispielsweise nordamerikanische Konstruktionsmethoden das Bauen in Europa und Lateinamerika verändert? Wo hat die Übernahme bestimmter Rechtssysteme Einfluss auf die Stadtgestalt genommen?

Bei der Rekonstruktion solcher Prozesse wird zwingend die Frage nach örtlichen, nationalen und kulturräumlichen modernen Identitäten aufgeworfen; Verständnis und Verarbeitung von Tradition werden zu vergleichen sein. Mit Sicherheit wird man in diesem Bereich auf produktive Missverständnisse und kreative Fehlinterpretationen stossen, die aufzuklären sich lohnen dürfte.

In vergleichender Perspektive könnte das Werk einzelner Architekten auf verschiedenen Kontinenten ebenso untersucht werden wie die grenzüberschreitende Ausstrahlung bestimmter Architektur- und Designschulen, die Darstellung und Verbreitung von Architekturkonzepten in verschiedenen Medien – etwa Film und Photographie – ebenso wie die „Karriere“ bestimmter Bautypen, die Anpassung des Bauens an Klima und Natur, technologische Standards und kulturelle Tradition ebenso wie die wechselnde Fortüne theoretischer Ansätze von einem Schauplatz der Moderne zum anderen.

Themenvorschläge für Referate (deutsch, englisch oder französisch) werden erbeten zum 21. Dezember 2007 per email an Prof. Dr. Andreas Toennesmann, ETH Zürich (toennesmann@gta.arch.ethz.ch) sowie Prof. Dr. Dietrich Neumann, Brown University, Providence, RI, USA (dn@brown.edu).