Podiumsdiskussion
Veranstalter: Titularprofessur Moravánszky
Datum : Mittwoch, 14. Oktober 2009 19.00
Ort : Foyer HIL E 3
 



Die Selbstverständlichkeit, mit der zu Semesterende über gelungene und weniger gelungene Studentenprojekte geurteilt wird, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Ergebnisse vieler Entwurfsstudios untereinander nicht vergleichbar sind. Dies lässt auch die Frage nach der Objektivierbarkeit von Bewertungen aufkommen. Worin liegt die Qualität der Arbeit von StudentIn X bei Gion A. Caminada worin die von StudentIn Y bei Christian Kerez, wenn sie formal voneinander divergieren? Etwas akademischer ausgedrückt: Gibt es zugrunde liegende Parameter eines guten Architekturentwurfs?
Sind Studioentwürfe allein durch die Integrität der
Professoren schon begründet? Doch wie gehen dann ent-werferische Individualität und Kohärenz auf städtebaulicher Ebene zusammen? Lässt sich eine allgemeine architektonische
Begrifflichkeit und deren Qualifizierung extrahieren, die man annehmen müsste, sollte Architektur kommunizierbar, ja „bewohnbar“ sein? Dorothea und Georg Franck haben gemeinsam ein mutiges, kontrovers diskutiertes Buch über “Architektonische Qualität” geschrieben. Sie versuchen sich dieser brennenden Frage auf der Ebene “sinnlicher Intelligenz” zu nähern und behandeln auch das Thema der Kanonisierung qualitätvoller Bauten. Sich aber der Frage nach dem “Warum?” zu entziehen, ist ein Rückfall in romantischen Genieglauben. Vermittelbare Begriffe und Urteile sind unabdingbar – das „richtige Gefühl“ reicht einfach nicht.

Die beiden Entwurfsprofessoren der ETH legen ihre Argumentation des Gelungenen anhand eines von ihnen ausgewählten und mit einer „6“ beurteilten Studentenprojekts vor und treten darüber in die Diskussion mit Professor Georg Franck und dem Publikum.