Ausstellung
Doppelte Ökonomien. Vom Lesen eines Fotoarchivs aus der DDR (1967–1990)

Ausstellung
Veranstalter: gta Ausstellungen
Datum : Donnerstag den 11. April 2013 bis Donnerstag den 23. Mai 2013 Mo-Fr 8-22, Sa/So und Feiertage geschlossen
Ort : ARchENA und Architekturfoyer, HIL, Hönggerberg, ETH Zürich
 



Eröffnung: Begrüssung durch Prof. Dr. Philip Ursprung, Institut gta, Departement Architektur, ETH Zürich; Einführung durch die Kurator/innen Armin Linke, Doreen Mende, Estelle Blaschke.
Mittwoch, 10. April 2013, 18.00 Uhr; Auditorium E3, HIL, Hönggerberg, ETH Zürich

Im Auftrag der DDR-Kombinate realisierte der freischaffende Fotograf Reinhard Mende von 1967 bis 1990 ein Fotoarchiv, das ca. 19 500 Fotografien umfasst. Dokumentierend sowie inszenierend zeigen die Aufnahmen Produktionssituationen in Volkseigenen Betrieben (VEB) und die Ausstellung von Produkten an der Internationalen Leipziger Messe. Als damals wichtigster Handelsplatz zwischen Ost und West war die Messe in Leipzig ein doppelt gebundener ökonomischer Raum: sozialistisch in seiner Produktion und kapitalistisch in seiner Präsentation von Konsumgütern. Das transdisziplinäre Forschungsunternehmen «Doppelte Ökonomien» nahm das Archiv als Grundlage und entwickelte zeitgenössische künstlerische und räumliche Positionen sowie historische und theoretische Analysen. Der kollektive Arbeitsprozess führte zu einer vielstimmigen Aufführung des Archivs und zeigt unterschiedliche Möglichkeiten der Lektüre auf. Im Fokus steht dabei eine Kernfrage: Welche Artikulationsformen stehen uns zur Verfügung, um die Verflechtungen von Sozialismus und Kapitalismus in ihren Widersprüchen zu erfassen? Die Ansätze werden insbesondere auch für aktuelle Problemstellungen fruchtbar gemacht. Die Ausstellung an der ETH Zürich versammelt eine Auswahl an Bildern, welche mit künstlerischen Beiträgen, Kontextmaterial und Video-Interviews ergänzt wird. Eine Publikation vereint neue Texte sowie Re-Prints von grundlegenden Essays.

Eine Ausstellung von Estelle Blaschke, Armin Linke, Doreen Mende, Berlin in Zusammenarbeit mit der Professur Philip Ursprung, ETH Zürich und dem Institut gta

Mitwirkende der Ausstellung:
Reinhard Mende 1930 – 2012, Fotograf (DE); Tekle Belete *1928, Fotograf (ET); Peter Herbert Beyer *1933; Designer (DE); Fabian Bechtle *1980, Künstler (DE); Hans Otto Bräutigam *1931, Diplomat (DE); KP Brehmer 1938 –1997, Künstler (DE); Haile Gabriel Dagne *1941, Pädagoge (ET); Harun Farocki *1944, Künstler (DE); The Otolith Group, Künstler, Theoretiker (GB); Sven Johne *1976, Künstler (DE); Matthias Judt *1962, Wirtschaftshistoriker (DE); Valeria Malito *1984, Designstudentin (IT) und Katja Saar *1984, Designstudentin (DE); Katrin Mayer *1974, Künstlerin (DE); Olaf Nicolai *1962, Künstler (DE); Allan Sekula *1951, Künstler, Theoretiker (US) und Noël Burch *1931, Kritiker, Filmemacher (US); Malte Wandel *1982, Künstler (DE); Thomas Weski *1953, Kurator (DE)

Seminar «Prekäre Archive»

Im Rundgang durch die Ausstellung „Doppelte Ökonomien“ werden verschiedene Sichtweisen auf und Formen des künstlerischen und gesellschaftlichen Umgangs mit Archiven diskutiert. Ein zentrales Thema dabei ist die Feststellung, dass Archive nicht fest und unveränderlich sind, sondern im Wandel. Archive verkörpern nicht nur Wissen und Macht, sondern sind auch äusseren Einflüssen ausgesetzt, gefährdet durch gesellschaftliche Umbrüche, Vergessen, Verdrängung, Vernachlässigung, gewaltsame Zerstörung, physischen Verfall oder Daten, die unlesbar werden. Auch Geheimes, das veröffentlich wird oder Information, die unter Verschluss gehalten wird, machen das Archiv zu einem prekären Ort.

Mittwoch, 10. April 2013, 14.00–17.30 Uhr
ARchENA + Architekturfoyer, HIL, Hönggerberg, ETH Zürich

Publikation:
Doppelte Ökonomien
Vom Lesen eines Fotoarchivs aus der DDR, 1967–1990

Herausgegeben von Doreen Mende, Estelle Blaschke und Armin Linke;
Design von Werkplaats Typografie, Arnhem
21 x 29.7 cm, 448 Seiten, Softcover, Deutsch und Englisch
spector books, Leipzig, ISBN 978-3-940064-46-2, CHF 45.90/36.00 Euro

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Das Projekt wird unterstützt von:
Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart; Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe; Kuehn Malvezzi Architekten; Stiftung Federkiel, München; Werkplaats Typografie/ArtEZ Institute of the Arts, Arnhem (NL)

Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes (D)
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