Andreas Tönnesmann †
Curriculum Vitae

Andreas Tönnesmann, geboren am 24. Oktober 1953, studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften an deutschen und italienischen Universitäten, ausserdem volontierte er als Journalist. 1980 wurde er an der Universität Bonn zum Dr. phil. promoviert. Auf vier Jahre Forschungstätigkeit in Rom folgte eine Assistenz am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Technischen Universität München, wo er sich 1989 habilitierte. Danach übernahm er die Vertretung des Lehrstuhls für Baugeschichte an der RWTH Aachen und einen Lehrauftrag an der Universität Basel. Seit 1991 war er Professor an den Universitäten Bonn und Augsburg.

Von 2001 bis 2014 war Andreas Tönnesmann ordentlicher Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich. Von 2006 bis 2010 war er Vorsteher des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur, von 2007 bis 2009 ausserdem Vorsteher des Departements Architektur. 2002 wurde er zum Titularprofessor an der Universität Basel ernannt. Als Gastprofessor war er an die Hebrew University in Jerusalem eingeladen.

Gemeinsam mit Andreas Beyer (Paris) und Alexander Markschies (Aachen) war Andreas Tönnesmann Herausgeber der Zeitschrift für Kunstgeschichte. Er war Mitglied in der Jury des Prix Jubilé der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Universitätskommission des Istituto Svizzero di Roma. Vorher war er Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Gerda Henkel Stiftung sowie Mitglied der Kuratorien des Kunsthistorischen Instituts Florenz und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Gemeinsam mit Andreas Beyer und Norberto Gramaccini leitete er das interuniversitäre ProDoc-Programm „Kunst als Kulturtransfer seit der Renaissance“, getragen vom Schweizerischen Nationalfonds. An der Universität Bonn war er Mitglied im Kollegium des DFG-Graduiertenkollegs „Die Renaissance und ihre europäische Rezeption“. Weitere ehrenamtliche Funktionen nahm er für die Studienstiftung des deutschen Volkes, das Evangelische Studienwerk Villigst, das Centre d’études supérieures de la Renaissance in Tours sowie die European Science Foundation wahr.

Arbeitsgebiete von Andreas Tönnesmann waren europäische Kunst und Architektur der Renaissance und der Moderne, ausserdem Kultur und Literatur des 20. Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt Thomas Mann. Regelmässige freie Mitarbeit an der Literaturseite der Süddeutschen Zeitung. Jüngste Buchpublikationen: Die Nase Italiens. Federico da Montefeltro, Herzog von Urbino (gemeinsam mit Bernd Roeck), 3. Aufl. Berlin: Wagenbach 2007 (italienisch: Federico da Montefeltro. Arte, stato e mestiere delle armi, Torino: Einaudi 2009); Die Kunst der Renaissance, München: Beck Wissen 2007; Monopoly. Das Spiel, die Stadt und das Glück, Berlin: Wagenbach 2011; Die Freiheit des Betrachtens. Schriften zu Architektur, Kunst und Literatur, Zürich: gta 2013.

Als akademischer Lehrer betreute Andreas Tönnesmann über 50 Doktorate. Er wurde mit der Goldenen Eule ausgezeichnet, dem Ehrenpreis der Studierendenvereinigung des Departements Architektur für beste Lehre. Andreas Tönnesmann verstarb am 23. Mai 2014.