Erik Wegerhoff
Curriculum vitae

Erik Wegerhoff (*1974) ist Privatdozent für Geschichte und Theorie der Architektur und Redakteur bei der Schweizerischen Bauzeitung – TEC21. In einem aktuellen Forschungsprojekt setzt er sich mit dem Auto als ungleich beweglicherer Gegenspieler der Architektur auseinander; zudem interessieren ihn Strassen und Wege, literarische Reisen von der Grand Tour bis heute, Aneignungen und Umbauten, und eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Architektur. Derzeit baut Erik gemeinsam mit der Architektin Laura Wollenhaupt ein 300 Jahre altes Bruchsteinhaus in Mittelitalien nach Kriterien der Nachhaltigkeit um.

Erik studierte Architektur an der TU Berlin mit einem Auslandsjahr an der Architectural Association in London. Anschliessend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Habitat Unit der TU Berlin und unternahm eine dreimonatige Grand Tour von München bis Sizilien per Vespa. Promotion über nachantike Aneignungen und Interpretationen des Kolosseums bei Andreas Tönnesmann an der ETH Zürich, gefördert von Stipendien der Bibliotheca Hertziana, Rom, und der Gerda Henkel Stiftung. 2010–2017 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design (Dietrich Erben) an der TU München tätig. 2012–2013 begann er mit einem Postdoktoranden-Stipendium des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris sein Forschungsprojekt über das Auto im Architekturdiskurs des 20. Jahrhunderts, das im Sommer 2019 zudem durch ein Stipendium des Deutschen Historischen Instituts Washington, D.C, unterstützt wurde. 2017-2021 war Erik Oberassistent an der Professur für Geschichte und Theorie der Architektur (Maarten Delbeke). Im Sommer 2021 Habilitation an der ETH mit der Schrift «Architektur und Automobil: Beschleunigen, Schalten, Abbremsen».

Mehrere Bücher bei Wagenbach; seine überarbeitete Dissertation «Das Kolosseum – bewundert, bewohnt, ramponiert» wurde im April 2012 mit einem zweiten Platz auf der Sachbuchbestenliste von «Süddeutscher Zeitung» und Norddeutschem Rundfunk ausgezeichnet. Aufsätze in internationalen Zeitschriften und Sammelbänden; zahlreiche Architekturkritiken, vor allem im «Baumeister» und in der «Schweizerischen Bauzeitung – TEC21». Jüngste Publikationen sind der gemeinsam mit Kai Kappel herausgegebene Band «Blickwendungen. Architektenreisen nach Italien in Moderne und Gegenwart», ein Reisefeuilleton über das Hotel Palmyra in Baalbek in der «Süddeutschen Zeitung», und eine Wanderung entlang der Axenstrasse, die der Frage nachgeht, was es bedeutet, wenn Verkehrswege in Tunneln verschwinden, in der «Schweizerischen Bauzeitung – TEC21» sowie auf espazium.ch. Soeben erschienen ist ein Aufsatz über Parallelen zwischen der Strada Novissima auf der Architektur-Biennale in Venedig 1980 und der im gleichen Jahr in Deutschland eingeführten Spielstraße (dem verkehrsberuhigten Bereich) in der Zeitschrift Wolkenkuckucksheim 41 (2021): "Identifikationen der Postmoderne".


Video der Antrittsvorlesung als Privatdozent an der ETH Zürich "Architecture and the Automobile: Speeding Up, Shifting, Slowing Down" am 5. Oktober 2021 in der Tiefgarage der ETH Hönggerberg.